Ruchenfensterstock Westgrat

Nach einem frühen Start und schnellen Hüttenaufstieg haben wir unser Tourenziel nochmals bei einer kurzen Kaffee&Kuchen-Pause betrachtet – der Ruchenfensterturm Südwand. Auf die Frage «wie die Verhältnisse dort seien und wann die Tour das letze Mal gemacht wurde» haben wir, nebst irritierter Blicke, die foglende sinngemässe Antwort erhalten «Das macht doch keiner mehr…warum macht ihr nicht Pucher, die Tour sei lohnender.»

Kurzes Stirnrunzeln und sinnieren bei uns, nichtsdestotrotz wollten wir mit eigenen Augen die Verhältnisse dort oben sehen und schliesslich waren die Erstbegeher AACZ’ler. Nach einem sehr brüchigen und damit zeitintensiven Zustieg standen wir «vor einer Wand». Wie so oft im Kletterleben, gestaltet sich der Zustieg zum eigentlichen Klettereinstieg mal wieder etwas schwierig. Da wir zeitlich nicht mehr ganz im Plan waren und weil uns immer noch nicht klar war, wo denn nun die Kletterroute sei, haben wir uns kurzerhand für eine «kurze Kletterei» auf den Ruchenfensterstock Westgrat entschieden. Gem. Bewertung eine 4b und damit eine «leichte Kletterei». Eigentlich wollte ich noch in Bergschuhen einsteigen, entschied mich dann aber doch für die leichten Finken. Eine sehr gute Entscheidung nach der ersten Seillänge, eine etwas brüchige und alpin abgesicherte 4b, sollte man nicht unterschätzen. Erstbegehung 1906 von den AACZ-Mitgliedern H. Escher und E. Martini, saniert wurde die Route (zum Glück) 2012.

Ruchenfensterstock Westgrat
Abstieg

Die Kletterei war, nebst dem unschönen Bruch, eigentlich noch schön und eindrücklich. Nach ein paar Seillängen standen wir schon auf den Gipfel. Nun ging es ans Abseilen – dies war dann doch sehr abenteuerlich, da sich beim Seileinholen regelrechte Steinlawinen lösten. Zum Glück haben die Sanierer die Stände gut positioniert, so dass man gerade nicht getroffen wurde. Allerdings war ich doch eher schockiert über diese mörderische Steinlawinen. Ab jetzt war äusserste Vorsicht geboten. Irgendwie haben wir es dann doch zu den mit mittlerweile viel Schutt gefüllten Schuhen und Rucksäcken doch wieder auf «sicheres Terrain» geschafft. Von hier mussten, wir nur noch die brüchigen steilen Hänge zur Windgällenhütte herunter «wandern». Dort wurden wir schon sehnlichst erwartet, denn es war schon etwas über die vereinbarte Abendessenszeit (Vielen Dank nochmal fürs Warten!).